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Hinweis: Es war die eigene Wiese In Jahre 1999 enstand bei einigen Wanderreitbegeisterten PV-Mitgliedern die Idee einen Wanderritt zwischen dem Oberadlhof in Schmidmühlen (Kai Otte) und dem Pasofino Gestüet von Ute und Robert Steinbeis  in Wiesenfelden zu organisieren. Der Ritt wurde als PV-Wanderritt durch die Oberpfalz bekannt und in den folgenden Jahren mit zunehmender Teilnehmerzahl sehr erfolgreich durchgeführt. Bis 2003 war der Ritt ein 3-Tägigert Wanderritt der über die Stationen "Kellerhof in Bruck" und "Reiterhof Ühlin in Bernhardswald" führte. Nachdem der Ritt fünf Mal über die gleiche Strecke führte und sich die Teilnehmerzahl auf fast nicht mehr unterbringbare 24 Reiter erweitert hatte wurde der Ritt verlängert so daß die Reiter die nur ein kürzeres Stück reiten wollten sich einen Abschnitt der Strecke aussuchen konnten. In 2004 ging der Ritt über 6 Tage vom Oberadlhof bis nach Pullman City. In 2005 führte der Ritt von Herrieden bei Ansbach in 19 Tagen bis an die tschechische Grenze nach Altmelon in Österreich. In 2007 führte der Ritt in 10 Tagen von Pullman City in die Nähe von Nürnberg zu Pias Zuhause.


Nachdem ich 2012 den Alpenritt von 2011 nochmals geritten bin soll es nun in diesem Jahr auf neuer Strecke einen Wanderritt in Ostbayern von Pullman City nach Truchtlaching / Chiemsee geben. Der Ritt geht über 7 Tage mit Etappen von ca. 20 bis 30 Kilometer täglich. und soll im Herbst geritten werden
Interessenten werden gebeten sich zu melden.
e-mail:   m.v.gersdorff@t-online.de


Reisebericht mit Bildern

Schloss Neuschwanstein bei Füssen

Im Frühjahr 2010 kam mir die Idee einen Ritt entlang der Alpen vom Bodensee biszum Chiemsee zu organisieren. Im laufe der Planung zeigte sich daß es sinnvoll wäre den Ritt etwas zu kürzen das heißt den Startpunkt nach Neuschwanstein bei Füssen zu legen und als Zielpunkt die Wanderreitstation von Georg Niedermaier in Truchtlaching zu verwenden. Insgesamt beträgt somit die Entfernungca. 300 Kilometer die in 9 Reittagen geritten werden sollten.

Von den interessierten Teilnehmern, es waren zunächst acht, blieben außer mir nur drei Damen übrig. Es waren Sylvia Sirak, Angelika Hofer und Ihre Nichte Melanie Hofer die aber alle nur etwa eine Woche Zeit hatten und somit nur den zweiten Teil der Strecke reiten wollten. So war ich dann die ersten vier Tagen allein unterwegs und habe mich nur Morgens bzw. Abends mit meiner Exehefrau Ingrid getroffen die so lieb war mit einem Anhänger an Ihrem Golf den Gepäcktransport zu übernehmen.

Gestartet bin ich am 14 September gegen Mittag am Parkplatz der Tegelbergbahn östlich von Schwangau bei noch schlechter Sicht und etwas Regen so daß das Schloß Neuschwanstein nur zeitweise zu sehen war. Aber es war warm und den schönen Kiesweg am  Bach entlang empfand ich als optimalen Einstieg


Ich hatte meine 26 jahre alte Criollo-Stute Scarlett als Handpferd mitgenommen und zum Reiten meine 6-jährige Pasopferd-Stute Cappuccina. Scarlet sollte mit all ihrer Erfahrung dafür sorgen das Cappuccina ihren ersten Wanderritt möglichst optimal und streßfrei erleben konnte. Der Weg führt am ersten Tag überwiegend nach Norden vorbei an vielen schönen Allgäuer Kühen und vielen sehr schönen Ausblicken auf den Forgensee.

Blick auf den Forgensee


Cappuccina die noch keine Kühe aus der Nähe kannte überwand ihre Angst recht schnell so daß sie am Abend schon recht „Kuhsicher" war und ich mir keine Sorgen machen mußte daß sie irgendwelche Panikreaktionen zeigen würde.

Algäuer Kühe auf saftigen Wiesen

Nach ca. 5 ½ Stunden kamen wir ohne Zwischenfälle südlich von Prem bei den Stallungen von Erich Küffner an. Ingrid und mein Hund Lara waren schon seit einiger Zeit da und erfreut mich wiederzusehen. Nach einer Weile, wir hatten inzwischen die Pferde abgesattelt und gefüttert, kam eine sehr attraktive Frau die sich als Lebensgefährtin von Herrn Küffner vorstellte. Sie und Ihr Partner organisieren und führen Wanderritte über die Alpen nach Meran durch.

Sicherer Unterstand mit Auslauf

Ihr Partner war gerade von einer Tour zurückgekommen aber schon wieder unterwegs. Da ich die Wahl hatte und wir in einer Pension übernachten wollten die nicht in unmittelbarer Nähe war entschied ich mich die Pferde in zwei überdachte Ausläufe zu stellen und sie nicht auf eine fremde Koppel zu stellen. Die Unterbringung war optimal die zur Verfügung gestellte Gras-Sillage war allerdings etwas ungewohnt und wurde nur zögerlich angenommen.

Nachdem wir erfahren hatten wo genau unsere Pension zu finden war fuhren wir dorthin und sorgten dann für unser leibliches wohl. Das Frühstück am nächsten Morgen war überraschend üppig und die Pferde putzmunter als wir wieder bei den Stallungen waren.

Am zweiten Tag ging der Weg meist nach Osten vorbei an der Wieskirche die wir bei der Vorerkundung schon besichtigt hatten

Die erste Rast am wildromantischem Fronreitener See war besonders schön. Ich konnte die Pferde an die Bäume binden und Ihnen Ihren Futtersack umhängen. Anschließen konnte ich sie sogar ein Stück in den See führen so daß sie ausgiebig trinken und danach grasen konnten.

Fronreitener See in der Nähe der Wieskirche

Danach ging es zwei Stunden auf einem herrlichen Weg durch einen großes Wald und Moorgebiet in Umweg von 2 Kilometern wegen Baumfällarbeiten führte mich zu einem schönen Biergarten an dem ich die zweite Pause des Tages machen konnte. Ein zweiter Umweg den ich machen mußte weil weit und breit kein Baum zur Stelle war an den ich meine Pferde binden konnte um zu Fuß eine sichere Passage durch eine Senke zu finden führte dazu daß es schon recht spät wurde als ich Bad Kohlgrub erreichte.

Wege südlich der Wieskirche

durch die wunderschönen Landschaften des Pfaffenwinkels nach Bad Kohlgrub. Es sollte ein sehr langer Tag werden.

Filzlandschaften bei Bad Kohlgrub

Ein weiteres Hindernis in Form einer Brücke mit Gitterboden ließ sich dank der Hilfe eines Pferdepflegers leicht umreiten.So blieben nur noch sechs Weidezauntore die geöffnet bzw. Wieder geschlossen werden mußten. Einige davon waren allein und mit zwei Pferden nur mit großer Vorsicht zu überwinden. Beide Pferde waren inzwischen auch schon so müde und hungrig daß sie jede Gelegenheit nutzten um einen Grashalm zu erwischen.

Die letzten 2 Kilometer hab ich dann zum ersten Mal beim Wanderreiten die Beleuchtungsfunktion an meinem GPS gebraucht denn er war außer etwas Mondlicht inzwischen stockfinster geworden. Telefonisch hatte ich bescheid gegeben daß es kurz nach 20:00 werden würde damit man sich wegen uns keine Sorgen machen mußte. Umso herzlicher war der Empfang bei Familie Lang und die Pferde konnten gleich in einen Paddock mit reichlich gutem Heu zur Ruhe kommen.

Pferdehof der Familie Lang

Ich war froh diesen schwierigen Tag an dem ich bestimmt 10 Kilometer selbst gelaufen war um die Pferde zu schonen gemeistert zu haben und auch froh daß ich allein gewesen war denn das wäre manchem zu anstrengend gewesen. Da Ingrid zum Zahnartzt mußte hatte sie den Anhänger am Morgen nur hingestellt und war heimgefahren. Familie Lang hat mir dann in der in Renovierung befindlichen Wohnung ein Feldbett zum Übernachten angeboten was ich gerne angenommen habe. Nach einem Absacker mit dem Hofbesitzer und zwei Reiterinnen bin ich in mein Feldbett gekrochen nachdem ich preventiv ein Voltaren genommen hatte (wegen meiner Bandscheibe und dem Feldbett) und habe herrlich geschlafen.

Skyline entlang der Alpen

Nach einem gemeinsamen Frühstück mit dem Hofeigentümer ging es weiter Richtung Osten. Dieser Tag von Bad Kohlgrub nach Benediktbeuern sollte mit dem Murnauer Moor und dem Moorgebiet nördlich des Kochelsees grandiose Blicke auf die Alpenkette erlauben. So war es dann auch. Bei wolkenlosem Himmel und ca. 20 Grad konnte ich stundenlang auf meiner rechten Seite die Skyline des Wettersteingebirges und später des Karwendels sehen. Die mir auf diesem Weg entgegenkommenden Radfahrer und Fußgänger waren alle bester Laune und freuten sich über den seltenen Anblick dahinschreitender Pferde.

Am Ortsrand von Murnau tauchte dann sogar im richtigen Augenblick ein Gasthaus auf das sogar einen vorbildlichen Anbindeplatz für die Pferde hatte (8cm Eisenrohr einbetoniert etwa 8m lang) das ganze etwas abseits im Schatten einiger Bäume.

Eigentlich wollte ich Ingrid hier treffen aber Sie war noch nicht in der näheren Umgebung. So hab ich mein Tellerfleisch und mein Radler in der Gesellschaft von Radlern und Ausflüglern genossen während die Pferde mit ihren umgehängten Futtersäcken essen anschließen trinken und sich ausruhen konnten. Vor mir lag hinter Murnau eine der Schlüsselstellen des Rittes, die Überquerung der Loisach. Die Stelle hatte ich zuvor erkundet und anhand von Hufspuren an beiden Ufern gesehen daß dort Pferde den Fluß überquert hatten.

Mit leicht erhöhtem Herzschlag bin ich dann auf meiner „erfahrenen" Scarlet an einer flachen Stelle in den Fluß geritten, Cappuccina als Handpferd neben mir und erst ein Stück stromaufwärtz und dann schräg gegen die Strömung zur Ausstiegsstelle. Die Loisach war hier immer noch ca. 80cm tief und hatte so eine Strömung daß Scarlet eine richtige Bugwelle machte. Cappuccina war ziemlich cool und kam ohne nennenswertes Zögern hinterher. Als wir gemeinsam die ziemlich Steile Uferböschung geschafft hatten war ich, zugegebenermaßen, sehr erleichtert und sehr stolz auf meine tollen Pferde.

Ein Eisentor mit Vorhängeschloß das den Weg versperrte zwang mich nach Süden auszuweichen und einen Umweg über das Gestüt Schweiganger zu nehmen. Dort traf ich mich nach telefonischer Absprache mit Ingrid zu Kaffee und Kuchen. Zum Glück gibt es von Schweiganger nach Osten einen Radweg etwas Abseits der stark befahrenen Straße so daß ich drauf verzichten konnte Ingrid zu bitten mit eingeschalteter Warnblinkanlage die nächsten 3 Kilometer bis Großweil hinter mir her zu fahren.

Benediktbeuern, Klostergebäude

Der weitere Weg durch das Mondscheinfilz Richtung Benediktbeuern war wieder wunderschön bis kurz vor der geplanten Übernachtungsstation dem Urthaler Hof ein Graben der im Frühjahr bei der Erkundung noch überwindbar gewesen war dieses nun nicht mehr war weil ihn jemand ausgebaggert hatte. Nach einem schwierigem Wendemanöver im Gestrüpp (Cappuccina stand zeitweise auf den Hinterbeinen weil ihr ein Zweig ins Gesicht geschnalzt war) überlegte ich was ich machen sollte. Den ganzen Weg zurück wollte ich nicht gehen da es zu weit war. Aber ich war vor kurzem an einer Abzweigung vorbeigegangen an der irgend ein Hinweisschild stand. Ich ging bis dorthin zurück, auf dem Schild stand Benediktbeuern. Ich rief Ingrid an und sagte Ihr daß ich mich bei Benediktbeuern melden würde wenn ich wüßte wie ich die Übernachtung organisieren würde. Ingrid berichtete daß unsere geplante Übernachtungsstation die reservierte Blockhütte bereits weiter vermietet hatte und uns woanders unterbringen wollte.

Am Ende klappte alles noch ganz gut. Am Ortsrand von Benediktbeuern fand sich eine saftige Wieseund ich konnte Ingrid mit dem I-phone dorthin dirigieren. Sie kam nach 10 Minuten und wir haben einen der mitgebrachten Paddocks aufgebaut und die Pferde konnten sich an dem reichlichen Gras satt essen. Es wa inzwischen halb zehn und stockfinster. Ich hab dann im Zelt geschlafen und Ingrid mit Lara im Auto nachdem wir zufor noch ein paar Schluck wein und Salami mit Pfisterbrot gegessen haben. Die Grundstücksbesitzerin bei der ich am nächsten Morgen frisch gestärkt mit Croissant und Kaffee mich für die zertrampelte Wiese entschuldigt habe war sehr verständnisvoll und hat sich gewundert daß ich mich überhaupt gemeldet habe.

In Benediktbeuern war es dann mit der Einsamkeit schlagartig vorbei. Es war Flohmarkt und tausende Besucher unterwegs. Ich hatte Mühe mich mit meinen zwei Pferden durch die Menge und die nach Parkplätzen suchenden Autofahrer durchzuschlängeln. Da die heutige Etappe recht kurz war konnten wir mit Ingrid und Lara ein Stück gemeinsam gehen.

Bayerische Brotzeit

Mittags trafen wir uns nochmal in einem Biergarten den ich zufällig entdeckt hatte. Dort haben wir dann ausgiebig Mittagspause gemacht.Die zweite Überquerung der Loisach war erheblich einfacher, nich ganz so tief und fast ohne Strömung. Danach ging es ein bischen im Zickzack Richtung Bad Tölz. Kurz vor Tölz noch ein Problem denn der Weg nördlich des Stallauer Weiers führt durch eine Vieh-Weide mit Kühen. Also Tor aufgemacht und durch den von Kühen völlig aufgeweichten Batz zum anderen Ende der Weide Die ersten Kühe sind nur noch 5 m weg als wir den Elektrozaun hinter uns schließen. Ich könnte beide Pferde küssen dafür daß sie solche Nerven haben. Neues Problem, ein Eisentor mit Kette versperrt den Wanderweg. Der Durchgang ist nur 50 cm breit. Ein Angler sagt mir daß man evtl. Durch den Campingplatz ausweichen könnte. Also Scarlet angebunden und mit Cappuccina die Böschung mit Treppe hinauf und 30 m weiter im Campingplatz die Böschung wieder hinunter zurück auf unseren Weg. Cappuccina dort angebunden und zurück um Scarlet zu holen um auch mit Ihr durch den Campingplatz zu klettern. Beide Pferde bleiben cool, fast schon gelangweilt und ich bin froh daß der Campingplatz so gut wie leer ist und mich niemand bemerkt.

Pferdehof der Familie Heißbauer bei Bad Tölz

Der restliche Weg bis zum Bauernhof von Familie Heißbauer, vorbei an der Blomberg Talstation und vorbei an dem Gestüt der Familie Flick (Tolle Zäune) bleibt problemlos. Gegen 17:00 kommen wir an und ich sehe schon von fern daß Ingrid und Silvia die Ihr Pferd gerade grasen läßt auch schon da sind.

Nach ein paar Diskussionen wie die Pferde übernachten sollen entscheiden wir uns für 2 Stunden Weidegang und dann getrennte Unterbringung in zwei Paddocks.Das Wetter soll schlechter werden, viel schlechter. Am Abend fahren wir dann noch zur Gaststätte „Schützenhaus" , recht schick aber um 21:00 kein warmes Essen mehr. Dafür war der Bardolino hervorragend meint Ingrid.

Am nächsten Morgen ist alle klar das Wetter wird schlecht, sehr schlecht und kalt. Außerdem wäre ein Ruhetag für Scarlet und Cappuccina angesagt. Mein I-phone sagt mir daß das Wetter für zwei Tage schlecht sein wird und am dritten Tag gegen 11:00 wieder die Sonne zurückkommen soll.

So kann man ein Sauwetter gut aushalten. Unterbringung im Islandpferdehof Auensee

Daher beschließen wir die Pferde mit dem Pferdehänger nach Rosenheim zu bringen wo wir eine Blockhütte gemietet haben und von Dort wie geplant weiterzureiten. Gesagt getan, in zwei Transprten sind unsere drei Pferde nach Rosenheim geschafft und dort im Islandpferdehof Auensee bestens untergebracht. Da wir erst am nächsten Tag in der Blockhütte übernachten können nimmt Ingrid Sylvia zu sich nach hause mit und ich fahre auch zu mir denn es ist nur ein Katzensprung.

Angelika und Melanie die am Montag Mittag zu uns stoßen wollten werden nach Rosenheim umgeleitet und so sind wir jetzt zu fünf. Vier Reiter mit fünf Pferden und unsere Begleitung Ingrid. Nachdem alle Pferde bestens untergebracht sind gehen wir noch gemeinsam in den Ort zum Essen bevor wir mit viel Gelächter in unsere Betten in der Blockhütte ziehen.Diensatag Wie vom I-phone versprochen hört der Regen gegen 11:00 auf und schon nach kurzer Zeit kommt die Sonne heraus.

Schlüsselstelle für wasserscheue Pferde

Ein erstes Hindernis, eine Bachdurchquerung, unter einer der Innbrücken bringt Sylvia an den Rand der Verzweiflung. Ihr Pferd Uno will partout nicht durch den Bach der hier eine unangenehme Böschung hat. Als ich ihn dann mit einem langen Strick am Halfter hinter Scarlet hineinziehe macht er einen riesigen Satz und landet mit einem Bauchplatscher im Bach. Wir sind alle leicht erschrocken aber es ist sonst nichts passiert.

Blumenpracht

Wir reiten am Inn entlang durch Rosenheim, über eine der Innbrücken und danach durch das trockene Hochwasserbett weiter erst nach Norden und dann nach Osten Richtung Simssee. Wir kommen an einigen sehr schönen Bauernhöfen vorbei. Geranien und andere Blumen hängen von allen Blakonen herab und lassen ahnen daß dort Menschen mit besonderem Sinn für das schöne im Leben wohnen. An der Südspitze des Simssees kommen wir auf einen sehr schönen Uferweg auf dem uns wieder einige freundliche Radfahrer begegnen was hier etwas Rangieren bedeutet weil der Weg durch das hochgewachsene Schilfgras recht schmal ist. Alle Pferde werden geführt damit es keinen Ärger mit den Radfahrern gibt.

Park an Ride

Da wir noch Zeit haben kehren wir noch im Seehof Gasthaus ein. Das Parken der Pferde zwischen den Autos erweist sich als kleines Problem da es kaum Anbindemöglichkeiten gibt. Björni Baraka und Uno werden einfach auf die Autostellplätze geparkt und wir setzen uns auf eine Bank am Lokaleingang um unsere Pferde im Auge behalten zu können. Später reiten wir noch die zwei Kilometer zum Hof der Familie Staudacher wo wir eine lustige extrem bayerische Mundart sprechende Bäuerin antreffen die uns in die Örtlichkeiten einweist bevor Sie wieder in den Kuhstall zum Melken verschwindet.

Zu zweit ist alles viel besser

Da es nur vier Boxen gibt versuchen wir zunächst für Sarlet etwas abseits ein Nachtlager einzurichten. Aber 8m Distanzsind für Cappuccina zu viel und sie steigt in ihrer Box und will sich nicht beruhigen. Ich baue daher schnell einen der mitgebrachten Paddocks auf und stell meine zwei Goldstücke hinein. Sofort ist Ruhe und beide fangen an zu grasen.

Mittwoch, Heute wird es wieder ein langer Tag werden. Gleich am Anfang geraten wir durch die im Juni entstandenen Sturmschäden in eine schwierige Situation. Überall liegen Bäume kreuz und quer und wir müssen über einen Bach.

Sturmaschäden in der Simssee Gegend

Die Brücke, die wohl auch für Pferde nicht geeignet war, liegt zertrümmert im Bachbett. Nach einer zufuß-Erkundung der krittischen Stelle finde ich einen Umweg wie wir den Bach überqueren können.Es ist allerdings eine ziemliche Kletterei. Ich bringe nacheinander meine zwei Pferde auf die andere Seite und binde sie dort an den Bäumen fest. Angelika und Melanie meistern das Problemstück ohne Schwierigkeiten. Uno weigert sich näher als zehn Meter an den Bach zu gehen. Er spürt das Sylvia unsicher ist. Bei einer Gruppe ist ein Hindernis erst überwunden wenn alle Pferde und Reiler es geschafft haben. Also nehme ich Uno mit einem Strick am Halfter und versuche mein Glück. Um keinen Ungehorsam zu provozieren entschließe ich mich gleich beim ersten Versuch selbst in den Bach zu steigen damit Uno nur hinter mir hergehen muß. Es klappt, er Tappt ganz ruhig einfach hinter mir her. Blöd war nur daß meine Bergstiefel vollgelaufen sind und ich für den Rest des Tagen nasse füße habe.

Melanie mit Pferd am Chiemsee

Die unglaublichen Sturmschäden begleiten uns noch eine ganze Weile und machen immer wieder kleine Umwege erforderlich. Das GPS hilft mir immer wieder auf unseren Weg zurückzufinden.Der weitere Weg an Prien  vorbei nach Süden ist wieder sehr schön und bis auf einen Weg der mit Elektrozaun versperrt war frei von Hindernissen.Wegen der durch die Waldschäden entstandenen Verzögerungen beschlossen wir die in einem kleinen Biergarten vorgesehene Mittagspause zu verschieben und dafür die zweite Rast am Chiemsee zu verlängern. Dort trafen wir wieder auf Infgrid und konnten die Pferde zwischen den Bäumen direkt am Ufer anbinden, tränken und füttern. Die Reiter konnten auf der Terasse des Seecafees etwas essen und sich von den Strapazen erholen.

Gegen 18:00 brachen wir auf um die letzten 10 Kilometer zu unserer Nachtstation in Übersee zurückzulegen. Leider mußten wir ein längeres Stück neben der Autobahn entlang reiten was nach den vielen Tagen Natur und Einsamkeit wie ein Kulturschock für mich war. Irgendwann konnten wir wieder nach Süden abbiegen und den Den Geräuschen der Autobahn entkommen. Müde und schon bei beginnender Dunkelheit kamen wir bei unserem Quartier an. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen und von der ganzen Familie XXXX tatkräftig unterstützt. Da unsere Pferde sich nicht alle vertragen und Björni kein Heu essen darf (er hat was mit den Zähnen) mußten wir den Paddock noch in vier Bereiche unterteilen. Außerdem hatte Angelika entdeckt daß am Rand der Koppel eine giftige Eibenhecke wuchs die auf Distanz gehalten werden mußte. Ingrid Silvia und ich waren aber nicht zu müde um noch in eine Pizzeria zu fahren in der wir noch, es war bereits nach Neun, ein sehr leckeres Abendessen bekamen.Wir haben dann alle, weil sehr müde, sehr gut geschlafen.

Der letzte Tag führte uns bei noch immer strahlendem Wetter unter der Autobahn durch und auf einer soliden Radfahrerbrücke über die Tiroler Achen und dann östlich des Chiemsees nach Norden. Bis auf eine sumpfige Stelle die es zum ersten und einzigem Mal schaffte Scarlet die hinteren Hufschuhe abzusaugen gab es keine nennenswerte Probleme. Mittags haben wir in Kraimoos Pause gemacht und den schönen Biergarten samt Anbindeplatz genutzt und genossen. Die Pferde konnten sogar etwas grasen.

Eintreffen am Ziel, die Wanderreitstation von Georg Niedermaier

Gegen 16:00 brachen wir dann zum letzten Abschnitt nach Truchlaching auf wo wir kurz vor Sonnenuntergang glücklich und zufrieden ankamen. Die Damen die die Wanderreitstation von Georg Niedermaier noch nicht kannten konnten kaum glauben welcher Luxus für uns und unsere Pferde hier geboten wurde. Nachdem alle Pferde versorgt waren haben die Damen noch eine Einkaufstour gemachtund Pizzas bzw. fertige Salate mitgebracht. Die haben wir dann auf der Terasse unserer Blockhütte mit einer Flasche Rotwein genossen.

Frühstück am nächsten Morgen

Alles in allem ein toller Ritt auf einer unglaublich schönen und abwechslungreichen Strecke mit einigen Einlagen die von Reitern und Pferden einiges an Kondition und Nervenstärke verlangten. Einige Passagen waren für Silvia und Ihr Pferd sicherlich etwas zu schwierig. Sie hat sich aber jedes Mal sehr schnell wieder gefaßt und war sehr glücklich alles ohne Blessuren geschafft und nicht vorzeitig aufgegeben zu haben. Angelika, die vor wenigen Monaten noch sehr krank war, hat mit Ihrem zuverlässigen Björni den Ritt bestens gemeistert und uns wie früher auch bestens unterhalten.

Mein Dank gilt Melanie die unauffällig immer zur Stelle war wenn jemand Hilfe brauchte. Außerdem macht es Freude zu sehen wie gut Sie mit Ihrem Pferd zurechtkommt und wie gut die beiden zusammenpassen. Mein besonderer Dank gilt Ingrid die den Gepäckanhänger mit all unsere Sachen, dem Pferdefutter, Zaunmaterial usw. nachgefahren hat und so den Ritt überhaupt erst möglich machte. Und mein Dank gilt Nora die meine Pferde so gut trainiert und für mich nach Füssen an den Start gebracht hat. Und nicht zuletzt auch Kai der meine Pferde wieder zum Oberadlhof heimgebracht hat. 

Dieser Wanderritt ist viel zu schön um ihn nur einmal zu reiten. Einige Passagen müssen nochmal ausgiebig erkundet und optimiert werden damit er perfekt wird. Ich hab damit schon begonnen und werde es zum Anfang der nächsten Reitsaison rechtzeitig abschließen. Dann hoffe ich daß noch mehr Mitglieder des Pasopferde Verbands sich entschließen dieses kleine Abenteuer zu wagen und sich mir beim Alpenritt 2012 anzuschließen.Michael von Gersdorff



Niedersachsen statt Oberpfalz

Seit 1999 fand der schon traditionelle Wanderritt vom Oberadlhof nach Wiesenfelden statt. In den letzten Jahren wurde die Strecke immer wieder etwas verlängert und heuer sollte es etwas ganz Anderes sein. Die norddeutschen Wanderreiter des PV haben uns überzeugt, es doch auch mal im Norden zu versuchen.

Die Übersichts-karte zeigt wo uns dieser Ritt den Kaja und Thorsten organisiert haben in den sechs Tagen hingeführt hat.


Wir aus dem Süden dachten jetzt an plattes Land, mit Stacheldraht eingezäunte Kuhweiden und asphaltierte Radwege. Nach einem Reittag waren wir platt: hügelige, landschaftlich wunderschöne Gegend und Reitwege von den wir eigentlich nur träumen können: griffiger Sand oder weicher, federnder Waldboden.



Am Sonntag dem 3.Juni trafen wir (4 aus dem Norden, 4 aus dem Süden) uns in Bellahn bei Egbert und Yolande de Beyer zum Begrüßungskaffee. Der ehemalige Bauernhof, der sehr geschmackvoll restauriert ist und 2 Ferienwohnungen für max. 8 Gäste hat, war unser Start und Zielpunkt. Gleich beim ersten Abendessen stellten wir fest, dass die Portionen noch größer sind als in der Oberpfalz.

Auf die erste Etappe von 25 km starteten wir schon um 9 Uhr, eine Zeit die sich auch für den Rest der Woche bewährte, da das Wetter von Tag zu Tag schöner und es wärmer wurde. Da die Wirtshausdichte nicht so hoch ist, machten wir "Satteltaschenpicknick" auf einer Wiese. Das Reitgelände war erstaunlich abwechslungsreich, viel Wald, Wiesenwege entlang an Kanälen und ganz wenig Asphalt. Übernachtet haben wir auf dem Reiterhof Laubach in Rehbeck. Die Pferde hatten erst Paddocks um sich zu wälzen und dann winzige Boxen.



Am 2. Tag stand uns eine 36 km Etappe bevor, die uns schon Respekt einflößte. Nach einem Ritt von einer guten Stunde besichtigten wir erst mal das Rundlingsdorf Lübeln. Dort ist man auf reitende Besucher eingestellt und hat vier kleine Paddocks. Mitttags gab’s wieder Picknick und als wir gegen 4 Uhr anfingen zu schwächeln kamen uns die Gastgeber des Abends entgegen und bauten mitten im Wald einen Tisch mit Kaffee und Kuchen auf.

Das Abendessen in Proitze war vom Hausherrn gekocht und super, die Pferde waren auf Sandpaddocks oder im Offenstall und Alle waren zufrieden.

Am 3. Tag waren dann "nur" 28 km zu bewältigen und dabei haben wir dann doch geglaubt, dass die Göhrde das größte Waldgebiet Deutschlands ist. Das Tagesziel war der Hof von Merlin Wolter in Boecke und der war einfach beeindruckend.

Tag 4 fing für Thorsten und Batisma nicht so perfekt an wie die Tage davor. Batisma hatte sich vertreten und auf halber Strecke wurde sie dann mit dem Hänger abgeholt und zur nächsten Station gefahren. Für sie war damit der Wanderritt beendet, sie musste zurück in den heimatlichen Stall. Da die Tagesetappe nur 16 km lang war, verbrachten wir unseren Nachmittag in Nahrendorf auf dem Hof Müller.

Am 5. Tag sind wir dann nur noch zu siebt losgeritten und Thorsten hat uns streckenweise auf dem Rad begleitet.

Dieser Tag war das "Highlight" auf der sowieso schon wunderschönen Tour: viel Wald, ein Bad in der Elbe (für die Pferde)

und dann von einem Aussichtspunkt hoch über dem Göhrdeschlachtdenkmal ein herrlicher Rundblick in die Elbtalauen.

Auch die Übernachtung bei Hubsi und Bernhard in Harlingen bei Hitzacker war einfach perfekt. Ein niedersächsisches Einraumhaus, wie wir es nur aus dem Museum kannten, war hier zum Wohnhaus umgebaut,

die Pferde hatten Offenstall oder Paddock und Wiese, das Lagerfeuer unter dem riesigen Sonnensegel war einfach wunderschön. Es ist uns am nächsten Tag richtig schwer gefallen, dass wir weiter mussten.

Am 6. Tag hatten wir nochmal viele schöne Waldwege, auf denen man einfach galoppieren musste. Abends wurden wir von Egbert und Yolande de Beyer herzlich empfangen.

und Alle machten sich zunächst daran Ihre Pferde zu versorgen. Beim ausgiebigen Abschiedsfrühstück am letzten Morgen waren wir dann nur noch sechs, weil Michael und Simone ihre 900 km langeHeimfahrt schon um 4 Uhr morgens angetreten hatten. 

Fazit: die Anfahrt ist lang, aber jeder Kilometer lohnt sich, es ist einfach toll im Norden zu reiten. Das liegt sicher an den schönen Wegen, aber auch daran, dass Thorsten und Kaja die Tour perfekt organisiert haben. Vielen Dank dafür!!!


 
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